Academic Spam

Eine negative Konsequenz des rapiden Wachstums von Open-Access-Zeitschriften (OA), die durch Artikelverarbeitungsgebühren finanziert werden, ist das Aufkommen von Verlagen und Zeitschriften mit höchst fragwürdigen Marketing- und Peer-Review-Praktiken.

Diese sogenannten räuberischen Verlage führen zu einer unbegründeten negativen Publizität für das Open-Access-Publizieren im Allgemeinen.

Zwei Arten des Academic Spams gilt es zu entscheiden nämlich "Fake Journals" und "Fake Conferences", vor denen dringend zu warnen ist.


Fake Journals

Die Zahl der OA-Zeitschriften, die Autoren ansprechen (unter Verwendung von Artikelverarbeitungsgebühren, APCs) und die Anzahl der von ihnen veröffentlichten Artikel ist in den letzten Jahrzehnten rapide angestiegen, und einige Zeitschriften haben auf ihrem Gebiet einen hohen wissenschaftlichen Status erreicht.

Verleger haben auch begonnen, mit neuen Formen des Peer Reviews zu experimentieren, insbesondere in sogenannten "Megajournalen", die nur auf wissenschaftliche Strenge und Validität achten, nicht auf die Signifikanz der Ergebnisse, die den Lesern überlassen bleiben. Der spektakuläre Erfolg des führenden Megajournals PLOS ONE, das jährlich rund 30.000 Artikel veröffentlicht, zeigt, dass Wissenschaftler diese Modelle sehr schätzen.


Fake Conferences

Im Windschatten der Entwicklung um "Fake Journals" haben sich ebenfalls Konferenz, Symposium und Kongresse etabliert, die wie die Zeitschriften vorgeben seriös zu sein. Eine Keynote oder eine persönliche Einladung zu einem Vortrag erhalten Wissenschaftler nur dann, wenn sie einen renommierten Namen haben oder international anerkannte Wissenschaftler sind.
Über die E-Mails von publizierten Artikeln werden mögliche Opfer gefischt. Teilnehmenden von "Fake Veranstaltungen" berichten, dass vor Ort keine Organisation und völlige Chaos geherrscht hat und sie keine Erstattung der Kosten erhalten haben.
Gefährlich sind die Calls oder persönlichen Anschreiben deswegen, weil sie mit ähnlich klingenden Veranstaltungstitel oder etablierten Namen vorgeben das zu sein, was man damit auf seriöser Art und Weise assoziiert. Die Seit Jahre durchgeführte Veranstaltungen wie z.B. International Nursing Association Conference (IFNA) wurden 2016 Opfer von den "Predatory Conferences" mit ähnliche klingenden Namen: 

Viele IFNA-Mitglieder erhielten kürzlich Einladungen zu einer "CPD Accredited" Konferenz über Familienpflege, die im Juni 2016 in Philadelphia (5. Jahrestagung) und im September 2016 in San Antonio (28. Jahrestagung) stattfinden wird ... es handelt sich dabei um eine "predatory" Konferenz.
Aufgrund der Erfahrung hat die IFNA entsprechend eine Handlungsempfehlung für weitere Fälle herausgegeben:

Empfehlungen

  • Direkte Anfragen von Journals löschen (Betrifft hauptsächlich Studierende, wiss. Mitarbeitende und Post-Docs)
  • Alles, was den Namen OMICS trägt (E-Mail-Adresse; Webseiten; Links etc.) nicht beachten und löschen
  • Alles, was den Namen "Austin Publishing Group" trägt (E-Mail-Adressen; Webseiten; Links etc.) nicht beachten und löschen
  • Veranstaltungstermine und Konferenzen in einschlägigen Fachzeitschriften gegenprüfen
  • Prüfen, ob das Journal in Pubmed, CINAHL etc. gelistet ist oder in der elektronischen Zeitschriftenbibliothek Regensburg gelistet ist

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